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Archiv für die Kategorie ‘Gemeinnütziger Sektor’

Die Top-10 Blogs für den gemeinnützigen Sektor
12.6.2009, 11:00 Uhr

RSSWir müssen eingestehen unseren Blog in letzter Zeit etwas stiefmütterlich behandelt zu haben, geloben aber ab sofort Besserung und lassen diesen Worten gleich Taten folgen (über den eigentlichen Grund bald mehr).

Obwohl der ein oder andere der Meinung sein mag, dass Twitter der so genannten Blogosphäre in gewisser Weise den Rang abläuft, glaube ich nach wie vor, dass nicht alles was es wert ist gesagt bzw. geschrieben zu werden, sinnvoll in nur 140 Zeichen ausgedrückt werden kann. Hierfür scheint das Medium Blog nach wie vor erste Wahl. Um dies zu unterstreichen seien hier 10 meiner Favoriten aufgelistet. Dabei will ich mich dieses mal auf Blogs beschränken, die als Ressource für den gemeinnützigen Sektor dienen, d.h. weniger um bloggende NGOs (diese seien ein anderes mal in den Mittelpunkt gestellt), sondern auf die, welche sozusagen branchenübergreifend und vor allem regelmäßig aus und über den sozialen Bereich im weitesten Sinne berichten.


In deutscher Sprache:

  • Fundraising-Weblog
  • Blog der Bank für Sozialwirtschaft. Enthält in der Regel keine selbstverfassten Artikel, verweist dafür aber auf spannende Berichte die einem sonst oft entgangen wären.

  • NPO-Blogparade
  • Zentrale Anlaufstelle für monatlich wechselnde Themenrunden bezüglich gemeinnütziger Organisationen, an denen sich aktuell mehr als 10 Blogs beteiligen.

  • Nonprofits-vernetzt.de
  • Stakeholder-Management und Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen. Geschrieben von der Nonprofit-Expertin Brigitte Reiser.

  • SocialBlogger.de
  • Unter dem Motto “Soziales im sozialen Web” berichtet Ole Seidenberg über aktuelle Trends, wie man die neuen Medien für sozialen Wandel nutzen kann.

  • Nachhaltigkeitsguerilla - Veränderung selber machen
  • Kreativ, kommentierend, mit Aktionen oder viralen Spots für eine gerechte und nachhaltige Welt und damit sicherlich auch eine Inspiration für andere.



In englischer Sprache:

  • Beth’s Blog: How Nonprofits Can Use Social Media
  • Wohl DER Blog, wenn es um das Thema Web 2.0 für den gemeinnützigen Sektor geht. Mit beeindruckender Frequenz veröffentlicht Beth Kanter hier Tipps & Tricks für Einsteiger und Profis.

  • Justgiving-Blog
  • Ein Portal für Spenden-Aktionen welches schon Helpedia inspiriert hat und über welches inzwischen mehr als 460 Millionen Pfund gesammelt wurden. Hier spricht die Erfahrung…

  • The Online Fundraising Blog
  • Blog des us-amerikanischen Ablegers von Justgiving (Firstgiving), welcher nach unserer Auffassung noch konkretere Tipps zum Online-Fundraising bietet.

  • Aid Watch
  • Blog von New York University Professor William Easterly, der sich sehr kritisch, doch auf hohem Niveau mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit auseinandersetzt.

  • The GiveWell Blog
  • Hier berichtet die junge Organisation GiveWell über die Herausforderungen, die Effektivität von NGOs zu messen. Besondern zu empfehlen ist diese Artikelserie über das Thema Verwaltungskosten



Natürlich ist mir klar, dass diese Liste nicht nur subjektiv, sondern vor allem alles andere als vollständig ist. Wer also einen Blog kennt, den ich hier nicht aufgeführt habe und sei es der eigene, scheue sich nicht diesen per Kommentar zu ergänzen und wer gar nicht genug bekommt, dem sei die Liste der “100 Best Blogs for Those Who Want to Change the World” ans Herz gelegt, auf die ich interessanter Weise über Twitter, genauer gesagt über @dkomm gestolpert bin.

Verwaltungskosten von spendensammelnden Organisationen: Die 5. Runde der NPO-Blogparade
17.3.2009, 12:58 Uhr

NPO-Blogparade

Mitte Februar habe ich im Rahmen der NPO-Blogparade in diesem Blog die Frage aufgeworfen, warum die Höhe der Verwaltungskosten bei spendensammelnden Organisationen so oft im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte steht. Hierauf wurde von verschiedener Seite geantwortet, sei es per Kommentar oder eigenem Blogbeitrag. Diese Reaktionen sollen hier in einer kurzen Zusammenfassung dargestellt werden.

Anfangen will ich mit Hannes Jähnert, der sich ebenfalls für eine offensivere Kommunikation durch die NPOs selbst einsetzt. Er schreibt: “Es muss vielmehr darum gehen, den Spenderinnen und Spendern die Notwendigkeit von Verwaltung und den damit verbundenen Kosten deutlich zu machen.” Für kritischer hält er es allerdings die Regularien der Marktwirtschaft, auch auf die Welt sozialer Organisationen zu übertragen. Wer hier ebenfalls auf die segensreichen Ergebnisse des Konkurrenzkampfes setzt, habe “eine falsche Vorstellung [bezüglich] der Vergleichbarkeit von NPOs mit FPOs (For Profit Organisationen)“. Auch wenn ich hier zum Widerspruch tendiere (Details in einem künftigen Beitrag) meinen besten Dank für die in diesem Zusammenhang aufgeführte Studie des MAECENATA-Instituts, welches schon 2003 festgestellt hat, “ …daß der öffentlich praktizierte Verwaltungskostenfetischismus in jeder Hinsicht als unsinnig abgetan werden muß.

Christian Henner-Fehr vom Kulturmanagement-Blog wünscht sich von Hilfsorganisationen, denen er Geld gespendet hat, auch langfristige Informationen über deren Arbeit. Er stellt zu Recht fest, dass es heutzutage keinen Grund mehr geben sollte dies nicht zu tun: “Das [die langfristige Versorgung mit Informationen] war zugegeben früher auch ziemlich schwierig und teuer. In Zeiten von Social Media ist das aber sehr wohl möglich“. Wie Sascha geht er auch davon aus, dass erst im Nachhinein Informationen zur Effektivität eines bespendeten Projekts zu erlangen sind. Hier bin ich, zumindest was den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit angeht, anderer Meinung. Bis auf wenige, experimentelle Projekte gibt es für fast jeden Ansatz Untersuchungen, die eine Vergleichbarkeit von Alternativen möglich machen bzw. wäre es verhältnismäßig leicht, solche Studien durchzuführen. Um ein Beispiel zu nennen seien zwei Programme zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids aufgeführt: Während sich das eine darauf beschränkt, Enthaltsamkeit bzw. Monogamie zu predigen, setzt das andere auf Aufklärung und den Vertrieb von Verhütungsmitteln. Die Erkenntnis, dass hier bei gleichem Mitteleinsatz sehr unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten sind, sollte meiner Meinung nach durchaus schon im Vorfeld möglich sein, liegen doch genügend entsprechende Analysen vor (was leider nicht dazu führt, die vorhandenen Mittel ganz auf den effektiveren Ansatz zu konzentrieren).

Günter Bressau, der sich per Kommentar und in seinem Blog bresgun – enterprise 2.0 Marketing an der Diskussion beteiligt hat, kennt die Thematik aus eigener Erfahrung. So hat er sich im Rahmen der Aktion “Mitmachen Ehrensache” selbst die Frage gestellt, “…ob es moralisch vertretbar sei, von dem von Jugendlichen erarbeiteten und gespendeten Geld Verwaltungskosten anteilig einzubehalten.” Seine Schlussfolgerung ist, dass sich Non-Profit-Organisationen der Thematik offensiver stellen und die Möglichkeiten des Internets als ideale Plattform nutzen sollten: “Möglichkeiten, dies anzugehen, sind im Web 2.0 gegeben, sie müssen nur genutzt werden.

Brigitte Reiser von Nonprofits-vernetzt.de wiederum führt sechs Gründe bzw. Handlungsempfehlungen als Antwort auf die eingangs gestellte Frage auf. Wichtig hierbei ist ihr, die Rolle von gemeinnützigen Organisationen und damit auch deren Verwaltungskostenanteil nicht zu eindimensional zu betrachten “…je offensiver Nonprofit-Organisationen ihre Rolle als Interessenvertreter, integrative Instanzen und Förderer der Partizipation auf lokaler Ebene praktizieren, desto höher werden ihre allgemeinen Verwaltungskosten sein bzw. ihre nicht-projektgebundenen Ausgaben für Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsentwicklung usw.

Wie man an den verschiedenen, von den einzelnen Autor/innen angesprochenen Punkten und Sichtweisen erkennen kann, ist das letzte Wort zum Thema Verwaltungsosten noch nicht gesprochen. Einigkeit herrscht aber darin, dass die sich im Internet bietenden Chancen genutzt werden sollten, das Thema auch in seiner gesamten Komplexität zu kommunizieren.

Zum Schluss noch ein Verweis auf die nächste Runde der NPO-Blogparade. Diese wird von Ulrike Schmidt auf Ihrem Blog Kultur 2.0 gehostet und beschäftigt sich mit der Frage “Warum werden Bewegtbilder von NPOs so wenig genutzt?

Abendgespräch zum Thema Online-Volunteering mit Jayne Cravens
20.2.2009, 13:48 Uhr

Am vergangenen Montag hatte ich Gelegenheit, in den Räumlichkeiten des BBE einem Abendgespräch zum Thema Online-Volunteering, also der über das Internet koordinierten Freiwilligenarbeit, mit der us-amerikanischen Expertin Jayne Cravens beizuwohnen. Die Ergebnisse dieser von der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland organisierten Veranstaltungen können hier oder im Thesenpapier von Hannes Jähnert nachgelesen werden.

Insofern will ich auf die Ergebnisse hier gar nicht weiter eingehen, sondern über die für mich spannendste Erkenntnis des Abends berichten: die Tatsache, wie selbstverständlich die Zusammenarbeit über das Internet, ob ehrenamtlich oder bezahlt, für meine und wohl erst recht alle nachfolgenden Generationen inzwischen geworden ist. Die Grundidee zu Helpedia habe ich während meiner Zeit in Bosnien entwickelt, wo ich mich mit meinen ersten Mitstreitern notgedrungen nur per Internet austauschen konnte. Als Einschränkung habe ich das ebenso wenig empfunden, wie die weitere “virtuelle” Art der Zusammenarbeit, als ich zurück in Deutschland war. Das Team war von Anfang an über ganz Deutschland verteilt und unseren damaligen Designer, einen in China lebenden Griechen, habe ich bis heute nicht “live” gesehen. Von den Programmierern der ersten Version von Helpedia kann ich das zwar nicht behaupten, aber obwohl wir in der gleichen Stadt leben, haben wir uns während des mehrmonatigen Entwicklungsprozesses nur insgesamt drei Mal getroffen. Email und Telefon/Skype erschien uns einfach die effizientere Kommunikationsmethode. Seit dem Zusammenschluss mit elargio ist das natürlich nicht anders geworden, sitzen meine Kollegen doch in Frankfurt, während ich Helpedia in der Hauptstadt vertrete.

Abendgespräch zum Thema Online-Volunteering. Neben Jayne Cravens waren u.a. Jörg Deppe (BBE) und Michael Bürsch (MdB) dabei

Insofern kann ich Frau Cravens nur zustimmen, wenn Sie sagt, dass man Online-Volunteering nicht von der “normalen” Freiwilligenarbeit trennen kann, sondern als natürlichen Bestandteil begreifen muss. Die Anwendungen und Programme zur Zusammenarbeit über das Internet, mit denen wir von Helpedia die besten Erfahrungen gemacht haben, werde ich dann demnächst in einem eigenen Beitrag vorstellen. Bis dahin empfehle ich die entsprechende Übersicht von Jayne Cravens.

Ein Wort zu den Verwaltungskosten im gemeinnützigen Sektor
17.2.2009, 0:45 Uhr

In der nun 5. Runde der NPO-Blogparade will ich eine Frage aufwerfen, die mich schon länger beschäftigt: Warum steht die Höhe der Verwaltungskosten bei spendensammelnden Organisationen so oft im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte?

Eine einfache Erklärung wäre natürlich, dass die Höhe der Verwaltungskosten Rückschlüsse darauf zulässt, wie viel “Gutes” mit dem zur Verfügung stehendem Gesamtbudget erreicht werden kann. Umso mehr Geld direkt in die Projekte fließt, umso besser sei dies für die Zielgruppe.

Dass ich diesen Zusammenhang für nicht gegeben halte, habe ich bereits hier und hier ausgeführt, will es aber noch ein weiteres Mal an dem folgenden Beispiel illustrieren, welches von dieser großartigen Artikelserie zum Thema inspiriert ist:

Wenn man mit seinem Geld ausnahmsweise keinen positiven Beitrag für die Welt leisten, sondern sich schnödem Konsum hingeben möchte, so legt man auch hier verschiedene Kriterien zugrunde um seine entsprechenden Bedürfnisse zu befriedigen. Im Falle eines Autos sind das beispielsweise Dinge wie Preis, Design, Motorleistung, Verbrauch, Verarbeitung, Platzangebot oder Sicherheit. Was ich definitiv noch nie gehört habe ist allerdings, dass jemand seine Kaufentscheidung bezüglich eines Wagens davon abhängig macht, wie hoch der Ausgabenanteil des jeweiligen Herstellers für die Verwaltung ist und wie viel in die “eigentliche Produktion” geflossen ist. Ähnlich sieht es mit allen anderen Gütern und Dienstleistungen aus. Auch beim Kauf einer Pizza, eines Computers oder einer Urlaubsreise interessiert es herzlich wenig, wie hoch die damit verbundenen Verwaltungskosten sind. Die Begründung hierfür ist recht einfach: Ein Zusammenhang zwischen dem wahrgenommenen Preis-/Leistungsverhältnis bzw. dem Erfolg der Firma und der Kennziffer Verwaltungskosten existiert nicht. Unternehmen wie Porsche oder Apple haben in den letzten Jahren nicht deshalb besonders erfolgreich Produkte an den Markt gebracht, weil sie an den Verwaltungskosten gespart haben.

Diese Schlussfolgerung gilt analog auch für gemeinnützige Organisationen, deren Produkt natürlich nicht in Autos, sondern in der effizienten und nachhaltigen Hilfe der jeweiligen Zielgruppe besteht. Auch hier macht es wenig Sinn, sich bei der Suche nach der besten Geschäftsführerin lediglich am Gehalt zu orientieren oder auf eine professionelle Steuerberatung zu verzichten, weil man so ja seine Verwaltungskosten senken und damit mehr Geld direkt in die Projekte fließen könnte. Wählt der Vorstand die falschen Projekte bzw. setz er auf die falschen Methoden, so ist denen, die man eigentlich unterstützen wollte, ein viel größerer Bärendienst erwiesen, als wenn man die höheren Verwaltungskosten in Kauf genommen hätte. In einem solchen Falle, der mir auch aus meiner Zeit als Entwicklungshelfer mehr wie die Regel denn die Ausnahme erscheint, wären die Verwaltungskosten nicht nur ein schlechter, sondern gar ein irreführender Indikator, der einem zu einer falschen Entscheidung ermutigen würde.

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NPO-Blogparade: Tipps und Tricks für das Online-Fundraising
10.2.2009, 18:12 Uhr

Mit leichter Verspätung will nun auch ich mich an der vierten Runde der NPO-Blogparade zum Thema Tipps und Tricks für das Online-Fundraising” beteiligen. Zunächst möchte ich auf die Worte von Christian Henner-Fehr eingehen, der sich zu Recht über die Höhe von Transaktionsgebühren bei Kleinstspenden sorgt. Gerade im Online-Fundraising wird immer wieder darum geworben, dass “jede Spende zählt”, also auch Beträge von 1 €, 2 € oder 3 €. Dem will ich keinesfalls widersprechen, aber doch darauf hinweisen, dass man in solchen Fällen die Bankgebühren im Hinterkopf behalten sollte. Die Helpedia-Vorgängerplattform elargio hat sich seinerzeit (2008) verschiedene Alternativen bei Onlinespenden genauer angeschaut und ist damals zu folgenden Ergebnissen gekommen:

• bei Kreditkarten (Visa/Mastercard): 2,50 % des Zahlbetrages zuzüglich 38 Cent,
• bei PayPal: 1,90 % des Zahlbetrages zuzüglich 35 Cent,
• bei giropay: 2,30 % des Zahlbetrages zuzüglich 23 Cent,
• beim Einzugslastschriftverfahren: Transaktionsgebühren in Höhe von 32 Cent.

Von einer 1 € Spende würden also je nachdem nur zwischen 59 Cent und 75 Cent übrig bleiben, so dass man sich eventuelle Diskussionen über Verwaltungskosten gleich komplett sparen kann, insbesondere da in Regel noch zusätzliche Buchhaltungskosten innerhalb der Organisation anfallen.

Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Gebühren zu umgehen oder doch zumindest deutlich zu senken. Die scheinbar einfachste ist natürlich die, Spenden erst ab einer bestimmten Mindesthöhe zu erlauben, um so den Fixkosten weniger Gewicht zu verleihen. Das mögliche Risiko hierbei ist allerdings, dass eventuelle Kleinstspender anstatt die Spende aufzurunden lieber ganz darauf verzichten. Eine andere Möglichkeit ist es, sich die entsprechenden Gebühren sponsoren zu lassen. Dies dürfte sich bei Kreditkartenanbietern und PayPal eventuell schwierig gestalten, aber viele, auch kleine Vereine, haben spezielle Konditionen mit ihren lokalen Banken oder Sparkassen ausgehandelt.

Bei Helpedia sind wir im Rahmen unseres Relaunches vorerst dazu übergegangen, die über unsere Plattform getätigten Spenden nicht selber einzuziehen, sondern die Kontodaten der Spender über einen verschlüsselten Zugang den Organisationen direkt zukommen zu lassen. Dieses System wird beispielsweise von Helpdirect seit Jahren sehr erfolgreich angewendet und, abhängig von den individuellen Konditionen der Spendenempfänger, sehr günstig. Die Nachteile bestehen momentan allerdings in der fehlenden Anbindung von Kreditkarte und PayPal, einer schlechteren Messbarkeit (z.B. von Rückbuchungen) und einem höheren manuellen Aufwand auf Seiten der Organisationen. Um hier eine effiziente Lösung, die allen Ansprüchen gerecht wird, zu finden, führen wir zurzeit Gespräche mit der Bank für Sozialwirtschaft. Dieses auf spendensammelnde Organisationen spezialisierte Finanzinstitut, bietet bereits jetzt verschiedene und sehr kosteneffiziente Tools zur Abwicklung von Onlinespenden an.

Ein anderes Gebiet im Bereich Online-Fundraising, in dem wir im letzen Jahr Erfahrungen sammeln konnten, ist im Rahmen von individuellen Charity-Aktionen sein persönliches Umfeld dazu zu animieren, Geld für einen guten Zweck zu spenden. Als Beispiel sei hier gleich eine Aktion genannt, die Christian Henner-Fehrs Aussage “Aktionen wie die von Beth Kanter, die zu ihrem Geburtstag 6.255 USD… einsammelte… sind bei uns (noch) unmöglich.” widerspricht: “Denke an die Kinder“. Anstatt Geschenken wünscht sich Günther Santner zu seinem 40sten Geburtstag Spenden zugunsten des Vereins buss-Kinder, der Familien mit behinderten, schwerkranken und sterbenden Kindern unterstützt. Zwar hat er im Gegensatz zu Beth Kanther bisher „nur“ 330€ online sammeln können, aber zum einen ist er auch kein professioneller Fundraiser und zum anderen bietet Helpedia zugeben (noch) nicht alle Möglichkeiten, sein persönliches Netzwerk zu mobilisieren wie vergleichbare Anbieter aus den USA. Auch wenn solche Onlineangebote bestehende Fundraisingbemühungen keinesfalls ersetzen können und sollen, halten wir sie doch für eine hervorragende Ergänzung. Zum einen wird die Schwelle, überhaupt im Freundes- und Bekanntenkreis um Spenden zu werben, deutlich gesenkt (Emails, Links, Widgets, Foren- und Blogbeiträge statt Briefen, Flyer, Anrufen, Broschüren…), zum anderen erhalten auch die SpenderInnen ein Gesicht bzw. zumindest die Möglichkeit, ihren Beitrag per Kommentar zu komplementieren. Hierdurch wird auch die Ansprache von entfernteren Bekannten (räumlich wie emotional) einfacher und sinnvoller, denn auch wer nicht zu Feier, Konzert, Marathon… kommt, kann durch seine Spende Anteilnahme ausdrücken. Des Weiteren erhält die unterstützte Organisation natürlich einen Vertrauensbonus jenseits von Spendensiegel und Co., wird sie doch von einem geliebten oder zumindest geachteten Menschen ins Spiel gebracht, was der Spendenbereitschaft natürlich nur gut tun kann.