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Elektroautos 2.0

Der/Dem aufmerksamen LeserIn wird nicht entgangen sein, dass ich mich für besagte Technologie durchaus erwärmen kann. In diesem Zusammenhang mach ich auf einen älteren Blog-Artikel aufmerksam, der sich mit den Kosten beschäftigt, die ein Wechsel von benzin- auf strombetriebene Automobile verursachen würde.

Gründe für die Begeisterung gibt es viele. Zum einen wäre da eine deutliche Reduzierung des Verkehrslärms. Hier ist ein elektrogetriebener Antrieb gegenüber einem Verbrennungsmotor einfach deutlich im Vorteil und würde es mir hoffentlich ermöglichen, an heißen Tagen wie diesen, auch bei offenem Fenster schlafen zu können ohne auf Ohropax zurückgreifen zu müssen. Dazu kommt natürlich, dass zumindest die Autos selbst keinerlei Abgase ausstoßen. In Kombination mit dem zuvor genannten Punkt könnte dies viele Innenstadtbereiche mit ihren zahlreichen Straßencafes deutlich aufwerten.

Reva - Elektroauto Elektroauto 2.0 - Der Tesla-Roadster kann sich sehen lassen Wunderwerk der Technik, oder einfach nur zu schön um wahr zu sein: Der Lightning GT

Inwiefern es auch möglich ist die CO2 Bilanz des Individualverkehrs insgesamt zu verbessern, hängt natürlich entscheidend davon ab, woher der Strom kommt. Gerade hier sehe ich aber enorme Chancen, die erneuerbaren Energien besser zu nutzen. Als Beispiel sei der/die “typische BerufspendlerIn” genannt, die Ihren Wagen abends daheim abstellt und ihn für die nächsten 10-12 Stunden auch nicht mehr braucht. Wenn man nun “intelligente Steckdosen” dafür benutzt, den Auflademechanismus an das aktuelle Stromangebot zu koppeln, wäre es möglich, die starken Schwankungen, die gerade bei der Erzeugung von Windenergie auftreten, zu nutzen und so wenig wie möglich auf Gas-, Kohle und Atomstrom zurückgreifen zu müssen. Insofern würde dann es dann von der Umwelt abhängen, ob der Aufladezyklus von 19 -22 Uhr, 1:00 – 4:00 Uhr oder gar in mehreren Etappen stattfindet.

Als letztes, aber keinesfalls weniger wichtigen Punkt für das Elektroauto seien die Unterhaltkosten genannt. Selbst wenn die Benzinpreise in den nächsten Jahren wider Erwarten sinken sollten, ist es nur schwer vorstellbar, dass die Kosten pro gefahrenen Kilometer jemals unter die für elektrisch betriebene Autos fallen würden. Nach momentanen Schätzungen liegen diese nämlich in der Regel um mindestens 50% unter den ihrer ölbasierten Counterparts.

Um nicht zu euphorisch zu werden sei gesagt, dass es durchaus noch einige Herausforderungen zu meistern gilt, bevor wir in den Genuss der oben beschriebenen Vorteile gelangen können. Zum einen gilt es die Herstellungskosten allgemein zu reduzieren, denn nicht jeder wird die 100.000 € berappen können, welche aktuell für den Tesla Roadster angedacht sind. Dieses Problem sollte sich allerdings durch weitere Technologiefortschritte, vor allem aber durch echte Massenproduktion relativ schnell in den Griff bekommen lassen. Insbesondere wenn man die deutlich günstigeren Betriebskosten berücksichtigt. Eine andere, eventuell noch gewichtigere Herausforderung dürfte der Akku sein. Die Lösung von Tesla, einfach ein paar hundert Laptopakkus “zusammenzukleben” erscheint wenig zukunftsträchtig, sind hiermit doch hohe Kosten, lange Ladezeiten und verhältnismäßig geringe Reichweiten verbunden. Erfreulicher Weise deuten sich aber auch hier schon diverse Lösungen an. Zum einen behauptet die Lightning Car Company, dass sich ihr äußerst stylisches Gefährt (siehe Foto) in nur 10 Minuten aufladen lassen wird und somit Autobahnpausen kompatibel wäre. Zum anderen ist der ehemalige SAP-Vorstand Shai Agassi mit seinem Project Betterplace (nicht zu verwechseln mit der sozialen Internetplattform betterplace) dabei, auf heutiger Technik basierende Lösungen zu entwickeln. In seinem Modell kommt man zwar nicht um lange Ladezeiten und begrenzte Reichweite herum, dies ist aber auch gar nicht nötig. Anstatt stundenlang seinen Akku an einer Tankstelle aufzuladen, soll die Möglichkeit geboten werden, einfach den gesamten Akku mit wenigen Handgriffen gegen einen vollen auszutauschen und damit sogar noch kürzere Tankstopps als heutzutage zu ermöglichen.

Wer dem Englischen mächtig ist, sei das unten eingebundene Video empfohlen, indem Mr. Agassi sein Projekt noch mal ausführlicher vorstellt.

4 Kommentare zu “Elektroautos 2.0”

  1. Sascha

    Für mich ist der Wechsel vom “Benziner” zum “Stromer” die interessanteste unternehmerischer Herausforderung der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts.

    Nicht nur wegen des Wechsels auf eine neue Antriebsart, sondern wegen der gigantischen Herausforderung im Bereich Stromgewinnung und -speicherung.

    Rechenversuch
    Im Tesla Roadstar sind 7000 Laptop Akkus eingebaut, die reichen für rund 300km. In Deutschland werden pro Jahr rund 500 Mrd. km gefahren.
    Mal kurz nachrechnen. Das bedeutet bei 23 Laptopfüllungen pro km und damit rund 11500 Mrd. Laptop Füllungen pro Jahr. Mit einer Laptop Füllung kann man meinen Rechner (rund 0,035 kwh.) ca. 2 Stunden betreiben. D.h. der ungefähre zusätztliche Stromverbrauch in Deutschland liegt bei 805 Mrd. kwh. In Deutschland wurden 2006 rund 600 Mrd. kwh produziert. (http://www.strom.de/vdew.nsf/id/DE_Stromerzeugung_stieg_um_26_Prozent?open&l=DE&ccm=300010)


  2. Basti Schwiecker

    Hi Sascha

    und besten Dank für Dein Kommentar. Habe gerade noch mal versucht ein paar Detailinfos zu erhalten (u.a. bei Wikipedia) und komme dadurch “nur” auf einen zusätzlichen Stromverbrauch von ca. 75 Mrd kW pro Jahr (53 kW Batteriekapazität und 350 km Reichweite führen zu ca. 0,15 kW/km).

    So oder so wird auf jeden Fall eine Menge Strom benötigt. Bin was das angeht aber ganz optimistisch. Zum einen dürfte sich besagter Wechsel, so er denn kommt, über mindestens ein Jahrezehnt erstrecken und zum anderen bin ich wie geschrieben voll Hoffnung, dass Windenergie und Co. hierfür besser genutzt werden können, als für den herkömmliche Bedarf. Einfach wirds natürlich nicht, aber ich frage mich was aus ökologischer wie finanzieller Sicht die Alternative sein soll. Neue Ölfunde in der Arktis?


  3. Sascha

    Hi Basti,

    das sind dann 3€ pro 100km für Strom. Bei aktuell ca. 10-14€

    Ich hab ja den Eindruck, dass uns noch vor dem Öl die Luft ausgeht. Deswegen gibt es keine Alternative zu weg vom Öl.


  4. Helpedia - Blog » Blog Archive » Helpedia-News vom 23 Juli – 01. August 2008

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