Mit leichter Verspätung will nun auch ich mich an der vierten Runde der NPO-Blogparade zum Thema Tipps und Tricks für das Online-Fundraising” beteiligen. Zunächst möchte ich auf die Worte von Christian Henner-Fehr eingehen, der sich zu Recht über die Höhe von Transaktionsgebühren bei Kleinstspenden sorgt. Gerade im Online-Fundraising wird immer wieder darum geworben, dass “jede Spende zählt”, also auch Beträge von 1 €, 2 € oder 3 €. Dem will ich keinesfalls widersprechen, aber doch darauf hinweisen, dass man in solchen Fällen die Bankgebühren im Hinterkopf behalten sollte. Die Helpedia-Vorgängerplattform elargio hat sich seinerzeit (2008) verschiedene Alternativen bei Onlinespenden genauer angeschaut und ist damals zu folgenden Ergebnissen gekommen:
• bei Kreditkarten (Visa/Mastercard): 2,50 % des Zahlbetrages zuzüglich 38 Cent,
• bei PayPal: 1,90 % des Zahlbetrages zuzüglich 35 Cent,
• bei giropay: 2,30 % des Zahlbetrages zuzüglich 23 Cent,
• beim Einzugslastschriftverfahren: Transaktionsgebühren in Höhe von 32 Cent.
Von einer 1 € Spende würden also je nachdem nur zwischen 59 Cent und 75 Cent übrig bleiben, so dass man sich eventuelle Diskussionen über Verwaltungskosten gleich komplett sparen kann, insbesondere da in Regel noch zusätzliche Buchhaltungskosten innerhalb der Organisation anfallen.
Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Gebühren zu umgehen oder doch zumindest deutlich zu senken. Die scheinbar einfachste ist natürlich die, Spenden erst ab einer bestimmten Mindesthöhe zu erlauben, um so den Fixkosten weniger Gewicht zu verleihen. Das mögliche Risiko hierbei ist allerdings, dass eventuelle Kleinstspender anstatt die Spende aufzurunden lieber ganz darauf verzichten. Eine andere Möglichkeit ist es, sich die entsprechenden Gebühren sponsoren zu lassen. Dies dürfte sich bei Kreditkartenanbietern und PayPal eventuell schwierig gestalten, aber viele, auch kleine Vereine, haben spezielle Konditionen mit ihren lokalen Banken oder Sparkassen ausgehandelt.
Bei Helpedia sind wir im Rahmen unseres Relaunches vorerst dazu übergegangen, die über unsere Plattform getätigten Spenden nicht selber einzuziehen, sondern die Kontodaten der Spender über einen verschlüsselten Zugang den Organisationen direkt zukommen zu lassen. Dieses System wird beispielsweise von Helpdirect seit Jahren sehr erfolgreich angewendet und, abhängig von den individuellen Konditionen der Spendenempfänger, sehr günstig. Die Nachteile bestehen momentan allerdings in der fehlenden Anbindung von Kreditkarte und PayPal, einer schlechteren Messbarkeit (z.B. von Rückbuchungen) und einem höheren manuellen Aufwand auf Seiten der Organisationen. Um hier eine effiziente Lösung, die allen Ansprüchen gerecht wird, zu finden, führen wir zurzeit Gespräche mit der Bank für Sozialwirtschaft. Dieses auf spendensammelnde Organisationen spezialisierte Finanzinstitut, bietet bereits jetzt verschiedene und sehr kosteneffiziente Tools zur Abwicklung von Onlinespenden an.
Ein anderes Gebiet im Bereich Online-Fundraising, in dem wir im letzen Jahr Erfahrungen sammeln konnten, ist im Rahmen von individuellen Charity-Aktionen sein persönliches Umfeld dazu zu animieren, Geld für einen guten Zweck zu spenden. Als Beispiel sei hier gleich eine Aktion genannt, die Christian Henner-Fehrs Aussage “Aktionen wie die von Beth Kanter, die zu ihrem Geburtstag 6.255 USD… einsammelte… sind bei uns (noch) unmöglich.” widerspricht: “Denke an die Kinder“. Anstatt Geschenken wünscht sich Günther Santner zu seinem 40sten Geburtstag Spenden zugunsten des Vereins buss-Kinder, der Familien mit behinderten, schwerkranken und sterbenden Kindern unterstützt. Zwar hat er im Gegensatz zu Beth Kanther bisher „nur“ 330€ online sammeln können, aber zum einen ist er auch kein professioneller Fundraiser und zum anderen bietet Helpedia zugeben (noch) nicht alle Möglichkeiten, sein persönliches Netzwerk zu mobilisieren wie vergleichbare Anbieter aus den USA. Auch wenn solche Onlineangebote bestehende Fundraisingbemühungen keinesfalls ersetzen können und sollen, halten wir sie doch für eine hervorragende Ergänzung. Zum einen wird die Schwelle, überhaupt im Freundes- und Bekanntenkreis um Spenden zu werben, deutlich gesenkt (Emails, Links, Widgets, Foren- und Blogbeiträge statt Briefen, Flyer, Anrufen, Broschüren…), zum anderen erhalten auch die SpenderInnen ein Gesicht bzw. zumindest die Möglichkeit, ihren Beitrag per Kommentar zu komplementieren. Hierdurch wird auch die Ansprache von entfernteren Bekannten (räumlich wie emotional) einfacher und sinnvoller, denn auch wer nicht zu Feier, Konzert, Marathon… kommt, kann durch seine Spende Anteilnahme ausdrücken. Des Weiteren erhält die unterstützte Organisation natürlich einen Vertrauensbonus jenseits von Spendensiegel und Co., wird sie doch von einem geliebten oder zumindest geachteten Menschen ins Spiel gebracht, was der Spendenbereitschaft natürlich nur gut tun kann.



Erstellt am 11.2.2009 um 11:27
[...] Sebastian Schwiecker hat sich auch noch mit dem Thema Online-Fundraising beschäftigt. In seinem Blogpost zeigt er, welche Transaktionsgebühren z.B. bei Paypal oder den Kreditkartenfirmen anfallen. Sehr [...]
Erstellt am 23.3.2009 um 16:21
[...] Helpedia Blog / Basti Schwieker, 10.2.09: Tipps und Tricks für das Online Fundraising [...]