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Kiva.org - Mikrokredite selbstgemacht!

Asha Bakari ist 22 Jahre alt, sie lebt in Tansania und ist die Besitzerin eines kleinen Geschäfts. Für dieses braucht sie dringend ein Darlehen, um ihr Sortiment zu vergrößern.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat sie ihr Projekt auf Kiva.org vorgestellt und es darüber geschafft, zusammen mit einer Gruppe anderer Geschäftsfrauen einen Mikrokredit zu bekommen.
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Was also ist Kiva?

Kiva ist eine Organisation, die es jedem Menschen mit Kreditkarte oder PayPal-Account über das Internet ermöglicht, Kleinstunternehmern in Entwicklungsländern Geld zu leihen.

Diese Gelder werden als Darlehn über die Kivaplattform an eine Partnerorganisation in dem jeweiligen Land vergeben, die diese an die ausgewählte Kreditnehmerin weiterleitet.

Da man als Kreditnehmer wie Kreditgeber auf Kiva mit eigenem Profil zu sehen ist, wurde die Seite auch schon als “Myspace der Entwicklungshilfe” bezeichnet. Dies mag allerdings nur auf den ersten Blick so erscheinen.

Bei Kiva handelt es sich nicht um ein Social-Network, denn eine Kommunikation der Nutzer untereinander ist nicht möglich. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Darstellung der durch die Vergabe von Mikrokrediten entstandenen Geschäftsbeziehungen.

Kritische Stimmen behaupten jedoch, dass dies im Falle Kivas nicht zu erwarten sei, da Kivas Partnerorganisationen die Kredite zinslos erhalten (nicht jedoch die eigentlichen Kreditnehmerinnen) und es somit langfristig zu Marktverzerrungen und kontraproduktiven Abhängigkeitsverhältnissen kommen würde (ich verweise hier auf diesen Artikel auf Spiegel Online - auf den Basti hier noch etwas näher eingeht).

Trotz dieser Kritik entschied ich mich Kiva.org auszutesten, da mich die Idee einer einfachen, mikrokreditbasierten Unterstützung überzeugte.

Nun gut, und wie sieht das jetzt im Detail aus?

Wenn man sich auf der Kivaplattform umschaut, entdeckt man die Unternehmer, die sich in einem Steckbrief präsentieren. Dieses Profil enthält ein Foto von der Person, die ihr Projekt vorstellt, die benötigte Geldsumme und einige weitere Angaben (z.B. Informationen zu der Rückzahlungswahrscheinlichkeit)

Genau genommen gibt man einer Organisation Geld, die es dann an den Unternehmer auszahlt, wobei das Risiko jedoch beim privaten Kapitalgeber verbleibt.

Die Höhe des Geldtransfers wird in US-Dollar festgelegt (Minimum $ 25). Sobald man sich ein Projekt ausgesucht hat, das man unterstützen möchte, kann man über die “Kasse” per PayPal oder Kreditkarte den Geldtransfer vornehmen. Man wird dann noch freundlich gebeten, 10% des Kreditbetrages an Kiva zu Spenden, da diese ja auch Ausgaben haben. Aus eigenen Erfahrungen mit der Finanzierung von “sozialen Internetprojekten” ließ ich mich doch weichklopfen und spendete auch brav die 10%.

Sobald dann die benötigte Projektsumme zustande gekommen ist, wird das Darlehen ausgezahlt. Für das Projekt, für welches ich mich eingetragen habe, ist der Betrag schon innerhalb eines Tages zusammen gekommen.

Die Unterstützer des Projektes (sog. “Lenders”) werden ebenfalls aufgeführt, und es ist möglich, sich auf deren Profilen darüber zu informieren, welche anderen Projekte sie noch unterstüten, warum sich überhaupt für die Nutzung von Kiva entschieden haben, und ob sie schon andere Leute für die Sache begeistern konnte (das Profil von Kiva-Gründer Matt Flannery findet Ihr hier).

Über aktuelle Fortschritte der unterstützten Projekte wird man über den jeweiligen Projektblog informiert.

Mein erster Eindruck von Kiva war, dass es eine schnelle, effiziente Methode ist, kleinere Geldsummen zu sammeln und dadurch Menschen angesprochen werden können, die von einer klassischen Spende eher absehen.

Eine Identifizierung mit dem Unternehmern und dessen Projekten erleichtert einem die Unterstützung der Person, denn man erkennt und versteht, wofür das Geld eingesetzt wird.

Ein Nachteil der Darlehnsvergabe ist, dass der Geldtransfer auf Dollarbasis erfolgt und somit für jeden nicht US-Amerikaner noch ein entsprechendes Währungsrisiko dazu kommt (der Dollar ist in letzter Zeit ja nicht gerade durch sonderliche Stabilität aufgefallen…).

Amüsant empfand ich auch die Option, Kiva Werbemails zu verschicken (man kann zu diesem Zweck beispielsweise sein gesamtes Email-Adressbuch automatisch auslesen lassen). Auch wenn ich letzteres nicht gemacht habe, werde ich bei Zeiten mal berichten, wie die Rückmeldungen von denjenigen aus meinem Bekanntenkreis waren, denen ich eine entsprechende Nachricht geschickt habe.

6 Kommentare zu “Kiva.org - Mikrokredite selbstgemacht!”

  1. Bosi

    Hallo,

    ein schöner Beitrag. Als neuer und aktiv begeisterter Nutzer von Kiva noch ein paar Ergänzungen:

    Forum:

    Als sehr aktives - unabhängiges - Forum zu Kiva hat sich Kivafriends.org gebildet. Sehr aktiv, mit vielen interessanten Beiträgen und Zusatzinformationen. Dieses Forum wird augenscheinlich von Kiva auch als externe Informations- und Ideenresoucre genutzt.

    Dollar:
    Angesichts der aktuellen Dollarschwäche ist ein Engagement für “Euroler” z.Zt. recht günstig, wenngleich dies vor weiteren Abschlägen nicht schützt.

    Paypal:
    Die Umrechnung über Paypal sollte man nicht wählen, wenn man eine Kreditkarte hat, die für die Dollarabrechnung keine bzw. nur sehr geringe Gebühren verlangt. Paypal hat im allgemeinen einen eher sehr bescheidenen Umrechnungskurs. Die Änderung nimmt man bei Paypal direkt auf der “Transaktionsseite” vor, wenn zuvor eine entsprechende Karte hinterlegt wurde.

    Und da wäre noch:

    Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Darlehen mehr bewegt als eine Spende. Durch die Kreditvergabe über die kooperierenden Mikrofinanzkreditinstituten von Kiva erreicht man Menschen/Unternehmer , die sonst nur - wenn überhaupt - einen eingeschränkten Zugang zu Kreditmittel haben, da die Kreditbeträge i.d.R. entsprechend gering sind.

    Also ich kann nur schreiben, Empfehlenswert, genial und süchtig machend ;-)


  2. Helpedia - Blog » Blog Archive » Kritik an Kiva!?

    [...] Stephan hier ja schon über Kiva, die Onlineplattform zur Vermittlung von Mikrokrediten, geschrieben hat, sollen [...]


  3. Helpedia - Blog » Blog Archive » Was Startups laut Paul Graham von Nonprofits lernen können

    [...] er hier kundgetan hat. In Anbetracht von hochinnovativen und erfolgreichen Organisationen wie z.B. Kiva, meiner Meinung nach die falsche [...]


  4. Helpedia - Blog » Blog Archive » Kiva vs. MicoPlace vs. MyC4

    [...] Steve ja bereits über Kiva berichtet hat und ich hier auf mögliche Kritikpunkt eingegangen bin, will ich besagte Mikrokredit-Plattform [...]


  5. Karsten

    Ich bin seit 2007 als Unterstützer bei Kiva dabei. Ich finde das Projekt aus mehreren Gründen grandios:

    1. Man leistet ganz klar Hilfe zur Selbsthilfe. Die Darlehensnehmer haben konkrete Vorstellungen, wie sie Ihre Lebenssituationen selbst verbesern wollen. Als Darlehensgeber bietet man ihnen einfach die Chance dazu.
    2. 100% meines Geldes erreicht den Darlehensnehmer. Und man bekommt sein Geld zurück und kann es wieder reinvestieren. Ich kann quasi mit 25 Dollar über die Zeit beliebig vielen Menschen zu mehr Lebensqualität verhelfen.
    3. Man erfährt ganz klar, wer das Geld bekommt. Und seit die Field Partners auch intensiver über die Ergebnisse berichten, weiss ich auch, wie erfolgreich der Darlehensnehmer sein Projekt umgesetzt hat. Und selbst wenn es nicht funktioniert hat, hatte er zumindest die Chance dazu. Positiver Nebeneffekt: Die hohe Transparenz der Angelegenheit schafft eine Beziehung zwischen mir und den Menschen vor Ort.

    Kiva.org bietet seine Inhalte derzeit nur in englischer Sprache an. Auf der Webseite des Kiva Team Germany ( http://www.kiva-germany.de/category/mitmachen_bei_kiva/ ) gibts eine deutschsprachige Anleitung inkl. Screenshots für das Anmelden und die Unterstützung von Projekten. Somit sollte es auch möglich sein, ohne detaillierte Kenntnisse der englischen Sprache als Unterstützer aktiv zu werden. Einfach mal reinschauen. :-)

    Viele Grüße … Karsten


  6. ehemaliger KIVA Fan

    leider ist KIVA nur schöner Schein. Das, was der Bildschirm mir vorgaukelt ist Illusion und in keiner Weise zutreffend. Ich leihe mein Geld nicht der Person, der ich es glaube zu verleihen. Das ist eine Täuschung der ich unterliege. KIVA gaukelt uns das lediglich vor. - Unter diesen Auspizien hat mein Interesse an KIVA schlagartig nachgelassen und ich ziehe meine Investitionen wieder zurück, sobald diese ausgeschüttet werden. Das dauert ca 2 Wochen, obwohl paypal eine Sekundensache ist. - Schade.


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